Besser lernen

Java lernen als Azubi: Lernplan mit 30 Minuten am Tag

Veröffentlicht am 22. Oktober 20265 Min. Lesezeit

In der Berufsschule verstehst du alles. Im Betrieb machst du vor allem Support, programmiert wird kaum. Und abends nach der Arbeit bleiben vielleicht 30 Minuten, in denen du auch noch müde bist. Damit kannst du trotzdem gut Java lernen, wenn du die Zeit klug nutzt. Hier bekommst du einen Plan für acht Wochen, eine feste Struktur für jede Einheit und einen ehrlichen Blick darauf, was die Prüfung verlangt.

Was die Prüfung von dir verlangt

Für Fachinformatiker in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung gilt seit 2020 die gestreckte Abschlussprüfung in zwei Teilen. Laut Ausbildungsverordnung (§ 16 FIAusbV) und den Erläuterungen der IHK sieht das so aus:

  • Teil 1: „Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes“, schriftlich, 90 Minuten, 20 Prozent der Gesamtnote. Geprüft wird der Stoff der ersten 18 Ausbildungsmonate.
  • Teil 2: die betriebliche Projektarbeit mit Präsentation und Fachgespräch (50 Prozent) sowie drei schriftliche Bereiche mit je 10 Prozent: „Planen eines Softwareproduktes“, „Entwicklung und Umsetzung von Algorithmen“ und „Wirtschafts- und Sozialkunde“.

Programmieren ist also kein eigener Prüfungsteil, steckt aber vor allem in den Algorithmen und im Projekt. Welche Programmiersprache oder Notation, etwa Pseudocode, in den schriftlichen Teilen zugelassen ist, prüfst du in den aktuellen Hinweisen deiner IHK. Mehr Details findest du in IHK-Prüfung Fachinformatiker: was beim Programmieren drankommt.

Näher dran sind meist die Klassenarbeiten in der Berufsschule. Dort wird Java oft direkt abgefragt, häufig auf Papier: Schleifen, Arrays, Methoden. Genau dafür ist dieser Plan gebaut.

Warum 30 Minuten am Tag reichen

Fünf Abende mit je 30 Minuten sind zweieinhalb Stunden pro Woche. Das klingt wenig, hat aber zwei Vorteile gegenüber einem langen Sonntag:

  • Du vergisst weniger. Was du gestern geübt hast, holst du heute in fünf Minuten zurück. Nach einer Woche Pause fängst du fast von vorn an.
  • Die Hürde ist klein. 30 Minuten passen auch nach einer Spätschicht. Ein ganzer Lerntag wird dagegen leicht verschoben.

Wichtig ist nur, dass du in diesen 30 Minuten selbst Code schreibst. Ein Video nebenbei zählt nicht.

So sieht eine 30-Minuten-Einheit aus

MinutenWas du tust
0 bis 5Die schwerste Aufgabe von gestern noch einmal lösen, ohne nachzuschauen
5 bis 10Einen Abschnitt im Lernartikel lesen und das Beispiel ausführen
10 bis 25Ein bis zwei neue Aufgaben lösen
25 bis 30Notieren, was schwer war. Damit startest du morgen

Bleib nicht länger als 15 Minuten an einem Fehler hängen. Hol dir dann einen Hinweis, sonst ist die Einheit vorbei, bevor du etwas gelernt hast.

Der 8-Wochen-Plan

Die Reihenfolge folgt den Themen, die aufeinander aufbauen. Warum genau diese Reihenfolge, erklärt Java lernen: die richtige Reihenfolge der Themen.

WocheThemaZiel am Ende der Woche
1Ein- und Ausgabe, VariablenEin Programm, das zwei Zahlen einliest und Summe und Durchschnitt ausgibt
2BedingungenEine Note aus Punkten berechnen, mit if und else if
3SchleifenEin Einmaleins als Tabelle ausgeben
4ArraysGrößten Wert, Summe und Anzahl gerader Zahlen in einem Array finden
5StringsVokale in einem Wort zählen, ein Wort rückwärts ausgeben
6MethodenDen Code aus Woche 4 in eigene Methoden mit Rückgabewert zerlegen
7Klassen und ObjekteEine Klasse mit Feldern, Konstruktor und zwei Methoden
8WiederholungAlte Aufgaben ohne Hilfe lösen, Ausgaben vorhersagen

Steht in vier Wochen eine Klassenarbeit zu Schleifen und Arrays an, nimm Woche 1 bis 4 und häng die Wiederholung aus Woche 8 direkt an. Am Wochenende kannst du eine längere Einheit einlegen, musst aber nicht.

Für Woche 8 lohnt sich eine Aufgabenart besonders, die in Klassenarbeiten oft vorkommt: Du liest ein kurzes Programm und schreibst auf, was es ausgibt.

int sum = 0;for (int i = 1; i <= 4; i++) {    if (i % 2 == 0) {        sum += i;    }}System.out.println(sum);

Erst im Kopf durchgehen, dann ausführen. Wer hier 6 sagt, hat Schleife und Bedingung verstanden. Wie du solche Aufgaben gezielt übst, steht in „Was gibt das Programm aus?“.

Wenn der Plan wackelt

Kein Plan hält jede Woche. So bleibst du trotzdem dran:

  • Müde oder spät dran: Mach die Mini-Version mit zehn Minuten und einer leichten Aufgabe. Hauptsache, die Kette reißt nicht.
  • Ein Abend fällt aus: Nicht nachholen, einfach am nächsten Tag weitermachen.
  • Du kommst bei einem Thema nicht weiter: Bleib eine Woche länger dabei. Ein wackliges Thema rächt sich in der nächsten Woche.
  • Berufsschulblock: Nutze die Einheiten, um genau den Stoff aus dem Unterricht zu üben.

Üben ohne Einrichtung, auch auf dem Firmen-Laptop

Viele Azubis scheitern nicht am Lernen, sondern schon vorher: Auf dem Firmen-Laptop fehlen Admin-Rechte, zu Hause startet Eclipse nicht. Was du dann tun kannst, steht in Java auf dem Firmenrechner ohne Admin-Rechte.

Jario läuft im Browser, auf Windows, Mac und Linux, ohne JDK und ohne IDE. Dein Code läuft auf unserem Server, deshalb brauchst du keine Admin-Rechte. Ob du den Firmen-Laptop privat zum Lernen nutzen darfst, klärst du aber mit deinem Betrieb. Der Kurs Java-Grundlagen folgt den Themen aus dem Plan oben. Jedes Kapitel hat einen kurzen Artikel und Aufgaben von „Leicht“ bis „Schwer“, die Tests sofort prüfen. Du siehst „x von y gelöst“ und machst beim nächsten Mal da weiter, wo du aufgehört hast. Das passt gut zu 30-Minuten-Einheiten.

Hängst du fest, gibt dir der KI-Tutor einen Hinweis zu deinem Code, aber keine fertige Lösung. Die ersten zwei Kapitel, also Woche 1 und 2, sind mit einem kostenlosen Konto frei, ohne Zahlungsdaten. Pro kostet 9 € im Monat und ist monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit.

Kurz gesagt

Fünf Abende, je 30 Minuten, jedes Mal selbst Code schreiben. Ein Thema pro Woche, und am Anfang jeder Einheit die schwerste Aufgabe von gestern noch einmal. Nach acht Wochen hast du die Grundlagen, die in Berufsschule und Prüfung immer wieder vorkommen. Fang heute mit Woche 1 an.

Passende Artikel zum Lernen

Weitere Beiträge