CNC Bohrzyklen G81 und G82 einfach erklärt
Aktualisiert am 22. Oktober 2026
Ein CNC Bohrzyklus wie G81 fasst alle Schritte eines Lochs in einem einzigen Satz zusammen. Stell dir vor, du bittest jemanden, dir ein Glas Wasser zu holen. Du sagst nicht: „Steh auf, geh zur Küche, nimm ein Glas, halte es unter den Hahn …“. Du sagst nur: „Bring mir ein Glas Wasser.“ Die Person kennt den Ablauf. Genau so arbeitet ein Zyklus: Die Maschine kennt den Ablauf zum Bohren schon, du gibst nur noch die Werte an. Für tiefe Löcher gibt es eigene Zyklen, G83 und G73 zum Tieflochbohren.
Ein Satz statt vier
Beim Bohren von Hand mit G01 brauchst du für jedes Loch vier Schritte: über das Loch fahren, knapp über die Oberfläche absenken, mit G01 bohren, wieder hochfahren. Der Zyklus G81 macht das alles in einem Satz:
XY: die Position des Lochs.Z: die Tiefe, negativ von der Oberfläche aus.R: die Rückzugsebene. Das ist eine Höhe knapp über der Oberfläche, meistR2. Bis dorthin fährt die Maschine im Eilgang, ab dort bohrt sie mit Vorschub.F: der Vorschub beim Bohren.
G90 G21 G17T2 M6S1000 M3G81 X30 Y25 Z-12 R2 F100 (drill a hole 12 mm deep, retract plane 2 mm)G80 (end the cycle)M5M30
G80 beendet den Zyklus. Vergiss es nie: Ein Zyklus, der am Programmende noch offen ist, gilt als Fehler.
Verweilzeit: G82
Am Boden eines Sacklochs bleibt oft eine raue Fläche. Wenn der Bohrer dort kurz weiterläuft, ohne tiefer zu gehen, wird sie glatt. Das nennt man Verweilzeit.
G82 ist ein G81 mit Verweilzeit. Dazu kommt das Wort P: die Zeit in Millisekunden (1000 ms sind eine Sekunde). Ohne P meldet die Maschine einen Alarm.
Von Hand gibt es dafür G04 P…: Die Maschine wartet die angegebene Zeit und macht dann weiter. Ein Zyklus mit P spart dir diese Zeile.
G90 G21 G17T2 M6S1000 M3G82 X30 Y25 Z-6 R2 P800 F60 (dwell 800 ms at the bottom)G80M5M30Wohin zieht der Bohrer zurück? G98 und G99
Nach dem Loch fährt der Bohrer wieder heraus. Zwei Wörter bestimmen, wie weit:
G98: zurück auf die Startebene, die Höhe vor dem Zyklus. Das ist der Standard und der sichere Weg, wenn Spannmittel im Weg stehen.G99: nur zurück auf die RückzugsebeneR. Das spart Zeit, weil der Weg zum nächsten Loch eines Lochbilds wie Lochreihe oder Lochkreis kürzer wird.
Beide gelten, bis du das andere setzt.
G90 G21 G17T2 M6S1000 M3G98 (default: retract to the start plane)G81 X20 Y30 Z-8 R2 F100G99 (from now on: retract only to R)G81 X50 Y30 Z-8 R2 F100G80M5M30Typische Fehler
Z positiv statt negativ
Die Tiefe misst man von der Oberfläche nach unten, also negativ:
Z-10. MitZ10liegt das Ziel überR, und die Maschine meldet einen Alarm.R oder F vergessen
Jeder Zyklus braucht
ZundR.G81braucht außerdem einen VorschubF. Fehlt eines davon, bricht die Maschine mit einem Alarm ab.G80 fehlt
Ein Zyklus bleibt aktiv, bis du ihn beendest. Wer
G80vergisst, lässt den Zyklus bis zum Programmende offen. Die Prüfung „Zyklus beendet“ schlägt dann fehl.P bei G82 vergessen
G82ohnePweiß nicht, wie lange es warten soll. Schreibe die Zeit in Millisekunden dazu, zum BeispielP500.
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