Lochkreis berechnen und Lochbilder CNC programmieren

Aktualisiert am 22. Oktober 2026

Einen Lochkreis berechnen und Lochbilder an der CNC-Maschine programmieren ist einfacher, als es klingt. Wenn du ein Bild an die Wand hängst, schlägst du nicht nach jedem Nagel Maßband und Stift neu an. Du stellst den Abstand einmal ein und setzt dann einen Nagel nach dem anderen. Bei Löchern ist das ähnlich: Die Bohrwerte legst du einmal fest, danach nennst du nur noch die Positionen.

Ein Bohrzyklus wie G81 ist modal. Das heißt: Er gilt weiter, bis du ihn mit G80 beendest. Jeder weitere Satz, der eine Position enthält, bohrt ein weiteres Loch mit denselben Werten für Z, R und F.

Eine Achse, die du nicht nennst, behält ihren letzten Wert. So reicht für eine Lochreihe entlang X pro Loch ein Wort.

G90 G21 G17T2 M6S1000 M3G81 X15 Y20 Z-6 R2 F100   (first hole, the cycle starts)X35                       (second hole at X35 Y20)X55                       (third hole at X55 Y20)G80M5M30

Lochraster

Ein Lochraster besteht aus mehreren Reihen. Du bohrst eine Reihe, wechselst die Y-Position und bohrst die nächste. Im Beispiel läuft die zweite Reihe rückwärts: Der Bohrer steht nach der ersten Reihe schon bei X60, also beginnt die zweite dort. Das spart Weg, mehr dazu im Artikel über Schnittwerte und kurze Wege.

G90 G21 G17T2 M6S1000 M3G81 X20 Y10 Z-5 R2 F100X40X60Y30                       (next row, X stays at 60)X40X20G80M5M30

Lochkreis: Koordinaten berechnen

Für Löcher auf einem Kreis kennt die Maschine keinen Befehl. Du rechnest die Positionen selbst aus. Der Kreis hat den Mittelpunkt (cx, cy) und den Radius r. Ein Loch beim Winkel α, von der X-Achse gegen den Uhrzeigersinn gemessen, liegt bei:

  • x = cx + r · cos(α)
  • y = cy + r · sin(α)

Bei n Löchern liegen sie 360° / n auseinander. Runde auf drei Nachkommastellen: Das ist genauer als jeder Bohrer.

(bolt circle: centre X40 Y30, radius 10, 4 holes)(x = 40 + 10 * cos a, y = 30 + 10 * sin a)G90 G21 G17T2 M6S1000 M3G81 X50 Y30 Z-6 R2 F100   (a = 0 degrees)X40 Y40                   (a = 90 degrees)X30 Y30                   (a = 180 degrees)X40 Y20                   (a = 270 degrees)G80M5M30

Bei den glatten Winkeln 0°, 90°, 180° und 270° hat cos und sin nur die Werte 0, 1 und −1. Bei 45° und 60° brauchst du den Taschenrechner.

Warum nicht inkrementell?

Bei einem Raster mit gleichem Abstand wäre es bequem, den Abstand zu nennen (X15 = „15 mm weiter“). Dafür bräuchtest du inkrementelle Maße mit G91. Bohrzyklen laufen aber nur mit G90, die Maschine meldet sonst einen Alarm. Du rechnest also jede absolute Position selbst aus: 10, 25, 40 und so weiter.

Typische Fehler

  • G91 im Zyklus

    Mit G91 ist kein Bohrzyklus erlaubt. Setze vor dem Zyklus G90 und nenne absolute Positionen.

  • Kreis falsch verteilt

    Teile 360° durch die Zahl der Löcher, nicht durch die Zahl der Abstände. Bei sechs Löchern sind es 60°, nicht 72°. Ein Blick auf die Draufsicht zeigt dir gleich, ob die Löcher gleichmäßig liegen.

  • Z, R oder F noch einmal angeben und dann ändern

    Schreibst du in einem späteren Satz ein anderes Z, R oder F, gilt der neue Wert ab da für alle folgenden Löcher. Das ist ein beliebter Weg, versehentlich ein Loch zu flach zu bohren.

  • Mit Komma statt Punkt

    Die Maschine liest nur den Punkt: Y47.321. Ein Komma wie in Y47,321 ist ein Fehler.

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